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Seekrankheit

Histaminreiche Kost fördert die Seekrankheit

seekrank karikaturEs gibt Studien, denen zufolge Seekrankheit auch durch histaminreiche Kost ausgelöst oder beschleunigt werden kann. So sollte man bereits vor Beginn des Törns die Ernährung ein wenig umstellen, um den Histaminspiegel im Blut herunter zu drücken: Dazu empfiehlt sich viel frisches Obst und Vitamin C.

Rotwein enthält am meisten Histamin

Und auf diese Sachen sollte man verzichten, sie enthalten viel Histamin: An der Spitze liegt Rotwein. Gefolgt von: eingelegte/konservierte Lebensmittel, geräuchertes Fleisch, Salami, Schinken, Innereien, Fischprodukte (insbesondere Fischkonserven), Meeresfrüchte, gereifte Käsesorten (je höher der Reifegrad, desto höher der Histamingehalt), einige Gemüsesorten (Sauerkraut, Tomaten, Melanzani (Auberginen, Spinat, Avocados), einige Obstsorten (alle Citrusfrüchte (zum Beispiel Orangen, Mandarinen, Grapefruit), Bananen, Rote Pflaumen, Birnen, Kiwi, Erdbeeren, Himbeeren), alle eingelegten Gemüse aus der Dose/dem Glas.

Zu den Nahrungsmitteln, die Histamin freisetzen (Histaminliberatoren, enthalten biogene Amine) gehören: u.a. Zitrusfrüchte, Ananas, Bananen, Birnen, Pflaumen, Papaya, Fruchtsäfte (z.B.) Orangensäfte, Nüsse (besonders Walnüsse, Cashewnüsse), Erdbeeren, Himbeeren, Tomaten, Hülsenfrüchte, Weizenkeime, Avocado, Kiwi, Champignons, Kakao und Schokolade sowie Zusatzstoffe wie beispielsweise Glutamat, Benzoate, Farbstoffe, Sulfite, Nitrite.

Histaminarme Lebensmittel

So, und was ist erlaubt? Histaminarme Lebensmittel sind unter anderem: Fleisch (frisch, gekühlt, gefroren), Fisch (frisch oder tiefgefroren), frisches Obst: Melone, Heidelbeeren (Blaubeeren), Preiselbeeren, Litchi, Mango, Kaki, Kirschen, Johannisbeeren, Aprikosen, Äpfel.

Frisches Gemüse: Grüner Salat, Kohlsorten, Rote Beete, Kürbis, Zwiebel, Radieschen, Rettich, Rapunzel, Paprika, Karotten, Brokkoli, Kartoffeln, Gurke, Lauch, Zucchini, Mais, Spargel, Knoblauch, Rhabarber.

Getreide, Teigwaren (Dinkel-, Mais-, Reisnudeln, Hefefreies Roggenbrot, Mais-Reis-Knäckebrot, Reis, Haferflocken, Reiswaffeln, Mais-, Reis-, Hirsemehl).

Milch und Milchprodukte (außer Hartkäse), Milchersatz (Reis-, Hafer-, Kokosmilch).

Alle nicht zitrushaltigen Obstsäfte, alle Gemüsesäfte (außer Sauerkraut), Kräutertee.

Und das hier dürfte besonders die Segler freuen: Denn auch untergärige Biere, klare Schnäpse, (Wodka, Rum etc.) und Weißweine gelten als histaminarm. Aber auch: Grüner Tee sowie Proteine wie Eigelb.

Medikamente gegen Seekrankheit und Anderes

Seekrankheit - hinten kotzt man nicht

Wer Angst vor Seekrankheit hat, sollte vorher was einnehmen. Nur diese Klamotten helfen:

Emesan wurde von der Stiftung Warentest als einziges rezeptfreies Mittel mit dem Prädikat "geeignet" bezeichnet. Es ist zu haben in Form von Tabletten und Zäpfchen (immer besser, weil: Hinten kotzt man nicht. Tabletten sind oft schnell wieder draußen..).

Cinnarizin (Dragees), Superpep-Kaugummis, Peremesin (Zäpfchen).

Eine Besonderheit sind Scopoderm-TTS-Pflaster (für hinters Ohr). Wirkstoff ist Scopolamin, auch Hyoscin. Es ist besonders im Taucherbereich bekannt und beliebt. Es führt zur Mundtrockenheit, Sehstörungen, Antriebsschwäche. Manchmal auch Übelkeit, Halluzinationen und Koordinationsstörungen. Also mit Vorsicht zu genießen. WICHTIG: Nach dem Andrücken der Pflaster gründlich die Hände waschen - und bloß nicht den Wirkstoff in die Augen reiben.

Ingwer, der Walkman im Ohr (aus Sicherheitsgründen nicht ratsam) oder spezielle Akupressur-Armbänder fürs Handgelenk sollen auch ganz gut sein.

Die richtige Ernährung und Arzneimittel sind nicht alles...

Wer die ersten Anzeichen von Seekrankheit bemerkt, wie ein flaues Gefühl im Magen, sollte nach Möglichkeit vermeiden unter Deck zu gehen. Es ist besser einen Mitsegler nach unten zu schicken, der einem die z.B. benötigte Rettungsweste oder eine Kleinigkeit zu essen holt. Apropos: So lange noch keine akute Seekrankheit eingetreten ist, immer wieder Kleinigkeiten essen/knabbern.

Der Skipper sollte Bescheid wissen, dass es einem nicht so gut geht und er wird dann dafür sorgen, dass man eine Tätigkeit zur Ablenkung bekommt. Sehr gut ist, das Ruder zu übernehmen, da man hier eine Aufgabe konzentriert durchführen muss, an der frischen Luft ist und den Horizont beobachtet.

Sollte alles nichts nützen und man lässt sich alles doch "nochmal durch den Kopf gehen", dann bitte vom Cockpit aus nach Lee (also zur Wind abgewandten Seite). Auf keinen Fall sollte man falschen Scham verspüren und das Unumgängliche auf dem Bordklo verrichten. Dies verschlimmert nur die Seekrankheit und wenn was daneben geht, muss sich ein Mitsegler opfern, das geruchsintensive Malheur zu beseitigen. Seekrankheit ist ein ganz normaler Begleiter an Bord, der meist nur schwach ausgeprägt auftritt. Und wenn draußen das Schiff was abkriegt, macht das gar nichts. Mit einer Pütz (Eimer) voll Wasser ist das gleich wieder weg.